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Montag, 26. März 2012

Artificial Nests

Erinnert ihr euch an Birgit? Sie hat hier jahrelang das Mangrovenfink-Projekt geleitet und war die letzten 2 Feldsaisons für mich die wichtigste Anlaufstelle für alle biologischen und lebenspraktischen Anliegen. Und dann ist sie mit ihrer Familie (Mann, 3 Kinder) von Frankreich aus losgesegelt um die Welt - um nun nach 1,5 Jahren rechtzeitig zu Beginn dieser Feldsaison auf Galapagos Station zu machen! Was für eine Wiedersehensfreude.

Außerdem unterstützt sie uns tatkräftig im Projekt. Zum Beispiel mit schon im Mangrovenwald erprobten künstlichen Nestern. Es ist nämlich nicht immer eindeutig, wer Schuld hat, wenn man ein leeres Finkennest findet. Es kann sein, dass die noch sehr kleinen Jungen gestorben sind und die Eltern die toten Küken aus dem Nest geworfen haben. Es kann aber auch sein, dass Eier oder Küken geräubert wurden. Nur von wem? Zumindest potentielle Eierräuber lassen sich mit der "Artificial Nest"-Methode ganz gut identifizieren.
Man hängt also aus Kokosfasern gebaute Nester auf, in denen sich an Drähten befestigte Plastillin-Eier befinden, die mit Eigelb bestrichen sind (damit sie nicht nur nach Ei aussehen, sondern auch nach Ei riechen). Und wenn nun eine Ratte, eine Maus, irgendein Vogel oder was auch immer sich an den Eiern zu schaffen macht, hinterlässt das Spuren in der Knetmasse – denn wegtragen können sie die Eier nicht, sie sind ja fest an Drähten verankert. Clever, oder?
Ein typisches von Ratten angenagtes Ei sieht dann so aus:

Sonntag, 24. Februar 2008

Neue Fotos...

... für alle, die es noch interessiert. Bei picasa.

Samstag, 23. Februar 2008

Eierei

Wenn man dieser Tage die Küstenstraße entlanggeht, bekommt man alle paar Meter Ladungen von roter Erde ab. Es wird nämlich überall gebuddelt - es ist Zeit für die weiblichen Marine Iguanas, ihre Eier in selbstgegrabenen Höhlen abzulegen. Dafür brauchen sie erdiges Substrat, und das finden sie, vom Strand kommend, als erstes direkt neben der Straße (wo die Büsche regelmäßig zurückgeschnitten werden und so ein Streifen freien Bodens entsteht).

Manche klettern erst einmal über die Bordsteinkante, um zur anderen Straßenseite zu kommen. Das Ganze muss ziemlich anstrengend sein, die Tiere verbringen mehr Zeit mit Pausen als mit Buddeln - und sie sehen ziemlich ausgezehrt aus. Einige Leute malen kleine Schilder, die auf die Gruben aufmerksam machen, damit niemand hineintritt. Manche Strandwege sind schon unpassierbar geworden.

Leider bin ich wohl nicht mehr hier, wenn die Jungen schlüpfen. Sie sind dann nur so "groß" wie Eidechsen!

Freitag, 1. Februar 2008

Nie Zeit zum Schreiben, daher hier was zum Gucken:




Montag, 3. Dezember 2007

Marine Iguana

Ihr kennt sie ja schon aus Filmen wie „Marine Iguanas fighting“ oder „Marine Iguana diving“, aber der Übersicht halber jetzt noch mal alles zusammengefasst: Die Marine Iguanas oder Amblyrhynchus cristatus sind die einzigen teilweise im Meer lebenden Echsen der Welt - und es gibt sie nur hier auf Galapagos. In ihrem Aussehen variieren sie von Insel zu Insel – auf manchen kriegen die Männchen in der Paarungszeit große rote Flecken, woanders werden sie grün. Hier auf Santa Cruz haben sie sich mittlerweile von schwarz in ein mittelbraun mit grünen und gelben Schattierungen umgefärbt. Die Männchen sind hier etwa 1m lang, was im guten Mittelfeld liegt: Die anderen Unterarten werden zwischen 60 und 150 cm lang. Auch außerhalb der Paarungszeit kann man die Männchen von den Weibchen und Jungtieren unterscheiden: Sie sind um einiges größer und massiger und ihr Kamm auf Nacken und Rücken ist deutlicher ausgeprägt. Die Weibchen bleiben das ganze Jahr über schwarz, schlank und recht zierlich. Deshalb bleiben sie und die Jungtiere zum Fressen (sie weiden Algen von Steinen ab) relativ dicht am Ufer, tauchen nur wenig und nicht so tief. Die viel massigeren Männchen hingegen können sich (weil sie kaum Auftrieb und stärkere Krallen haben) leichter unter Wasser an den Felsen festkrallen und schwimmen daher zum Fressen recht weit hinaus, tauchen auf den Grund und fressen dort bis zu einer Stunde, ohne Luft holen zu müssen.


Schwimmen tun sie, indem sie mit ihrem vertikal abgeflachten Schwanz hin und her rudern – die Beine liegen dabei am Körper an. Und wie werden sie jetzt das viele Salz wieder los, was sie mit den Algen und dem Meerwasser aufnehmen? Das ist etwas, worüber sich die Touristen immer totlachen, weil es so lustig aussieht. Sie haben spezielle Drüsen zwischen den Nasenlöchern, in denen sich eine sehr stark konzentrierte Salzlösung sammelt, die sie dann durch die Nasenlöcher auspusten. Sieht aus als würden sie spucken. Und weil sie das immer tun, wenn sie vom Fressen zurückgekommen sind und in Gruppen, teilweise übereinander, am Ufer in der Sonne rumliegen, mit ausgebreiteten Gliedmaßen, ist das dann ein richtiges Spektakel.

Ach ja, die Weibchen leben mit den jüngeren Tieren in Gruppen zusammen, um die sich dann zu dieser Jahreszeit die erwachsenen Männchen streiten (die sonst allein in der Gegend rumlungern). Später legen die Weibchen ihre Eier weiter im Landesinneren (wo es Sand oder Erde gibt) ab und vergraben sie. Wenn die Jungen schlüpfen, sind sie etwa 20cm groß und extrem Kindchen-Schema :)


Noch Fragen?

Freitag, 9. November 2007

Spektakel vor der Cafeteria

Wenn die Cafeteria nicht wäre, wärs hier nur halb so spannend – und zwar nicht (nur) wegen dem Essen oder den Menschen dort. Die Paarungszeit der Marine Iguanas beginnt, also gibt’s auch Kämpfe zwischen den Männchen. Eigentlich sollte hier ein Actionfilm rein, der ist aber zu groß geworden, so dass ich nach 8 Uploadversuchen und diversen Konvertierungsprogramm-Problemen aufgegeben habe. Dieses Foto sagt aber auch viel, finde ich:


Und wenn nicht, dann vielleicht diese hier:



Mittwoch, 7. November 2007

Meine Verabredung

Ich hatte ja heute Mittag das Date mit dem Lava-Echserich – und er war natürlich pünktlich. Leider ist er nicht so fotogen oder meine Cam so schlecht... eigentlich ist er viel hübscher und bunter. Und mindestens 20cm lang. Das auf meinem Finger ist eine Termite, ne? Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass das hier in einer Gegend stattfand, wo außer dem Iguana-Pfleger und uns kein Mensch hinkommt. Der Herr wurde also ganz bestimmt nie gefüttert! Ich wette, wir werden gute Freunde.



Montag, 5. November 2007

Die kleinen Freuden...

Als ich heute vor den Volieren saß und Altholz zurechtgebrochen und –gesägt habe, kamen ein paar Termiten aus den Bruchstücken hervorgekrabbelt. Und eh ich mich versah, saß zwischen meinen Füßen ein groooßes Lavaechsen-Männchen, und veranstaltete ein Festmahl, während ich einfach weiterarbeiten konnte. Die sind doch sonst so ängstlich! Der aber kam sogar zu meiner Hand, um von dort ein paar Termiten zu ergattern. Eine wilde Eidechse kommt einfach, um mir aus der Hand zu fressen!? Wahnsinn. Cam hatte ich leider nicht einsatzbereit, zu schade. Aber ich hab die Echse zu morgen um die gleiche Zeit noch mal hinbestellt.

Samstag, 3. November 2007

Freitag, 2. November 2007

Galapagos Lava Lizard

Falls Interesse besteht: Tierportraits. Ab sofort, ab und zu. Number one: Galapagos Lava Lizard, Microlophus albemarlensis. Es gibt 7 Arten von Lava Lizards (alle endemisch), aber auf jeder Insel kommt je nur eine Art vor. Diese hier findet man unter anderem auf Santa Cruz, und das in Massen:

male, adult.
Kleiner Kamm vom Nacken über den Rücken, schwarze Kehle mit orangem Rand (zumindest jetzt in der breeding season). Länge etwa 20-25cm, schätze ich.

female, adult.
Etwa in der Größe unserer Zauneidechsen. Orangefarbene Wangenflecken.

juvenile
Die gibts in verschiedenen Schattierungen, die meisten sind irgendwas zwischen grün und grau. Zu Selbstmordversuchen neigend (sie rennen einem unter die Schuhe, wirklich!)

Joa, ansonsten wie Eidechsen halt so sind - liegen gern in der Sonne, fressen Insekten (Ameisen!) und flitzen irrsinnig schnell durch die Gegend. Männchen und Weibchen sind gerade sehr territorial. Wenn sich die Männchen an exponierten Stellen auf den Lavafelsen aufbauen - hochbeinig, Kamm aufgestellt, Kehle weithin sichtbar, ist das schon beeindruckend, selbst für Nicht-Echsen ;) Ich glaube, die Weibchen werden mit 9 Monaten geschlechtsreif, die Männchen erst mit 3 Jahren (ok ich werde noch mal nachlesen und ggf korrigieren. Breeding season ist hauptsächlich November und Dezember (--> Junge schlüpfen dann, wenn der Regen kommt und viele Insekten da sind!). Noch Fragen?

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Vogelfang - diesmal richtig.

Super Tag. Wir haben an einem Vormittag so viele Vögel gefangen wie die ganze letzte Woche zusammen. 3 davon Woodpecker Finches! Die sind wirklich erstaunlich, sehr fix im Kopf, beobachten alles um sie herum genauestens, checken sofort, wo Futternäpfe und Wasserschalen sind, und wie sie am besten ausbüxen können. Einer benutzt schon Werkzeuge zum Herumstochern in der Baumrinde. Die anderen sitzen noch in den Eingewöhnungskäfigen, aber haben noch in der Hand (zwischen Transportbeutel und Eingewöhnungsbox) gelernt, Wasser von uns anzunehmen. Tolltoll. Freu mich sehr auf die Experimente. Zum Anfangen fehlen jetzt nur noch 2 Small Tree Finches, die wir morgen sicher schnell beisammen haben werden. 3 Tage eingewöhnen, und dann geht’s los!

Ach, und: Ich hab vor der Cafeteria meinen ersten unter Wasser fressenden Iguana gesehen! Luft aus den Nasenlöchern blubbern, abtauchen, an den Steinen festkrallen und Algen fressen. So einfach ist das.


Sonntag, 21. Oktober 2007

Time for Snorkeling

Heute habe ich so gut wie frei! Noch dazu ist sehr schönes Wetter, also auf zum Strand der Station und endlich geschnorchelt. Das Wasser war etwas aufgewühlt (ständige Brandung – das wird im Sommer anders), aber man konnte schon viel sehen. Unglaublich viele Fische, aber wenig sessile Tiere. Die Korallen sind alle im letzten El Nino-Jahr abgestorben (sagt Eduardo, ein kolumbianischer Volontario), also gibt’s hier erst mal nur Lava Rocks mit Algen, einigen Seesternen und sehr vielen Fischen. In den Rock Pools weiter strandaufwärts hatte ich ja auch Einsiedler und Garnelen gefunden – da muss ich bei Gelegenheit (und Ebbe) noch mal hin und Fotos machen. Denn: Ich habe einen kleinen durchsichtigen Ortlieb-Beutel fürs Fotografieren unter Wasser ausprobiert, und er hält dicht! Muss nur noch etwas rumprobieren wegen der schwierigen Lichtverhältnisse unter Wasser und der starken Strömung (man kann die Cam nicht stillhalten, weil man selbst immer hin- und hergeworfen wird). Hier jedenfalls erste Versuche. Muss mal in der Bibliothek nach Fischbüchern schauen. Solche Angelegenheiten, die nicht direkt die Arbeit betreffen (Bibliothek, Einkäufe, Computerzugang reparieren lassen, irgendwelche Leute wichtige Dinge fragen), haben sich bisher recht schwierig gestaltet, weil in unsere Mittagspause all diese Institutionen eben auch siesta machen – und oft schließen, bevor wir mit der Arbeit fertig sind. Tja. Hier dauert alles etwas länger. Aber immerhin haben wir unseren permit für den Vogelfang nächste Woche bekommen, und das ganz ohne Probleme. Mal sehen ob ich da zum Fotografieren komme, es wird wohl jede freie Hand gebraucht...

Sonntag, 14. Oktober 2007

Hinter der CDS (Charles Darwin Station) oder ECD (Estacion Charles Darwin) gibt es einen kleinen felsigen Pfad an der Küste entlang tief in den Nationalpark hinein. Mit Lavaküste und Korallensandstrand, vielem Getier und ohne Menschen. Sehr schön! Weit sind wir leider nicht gekommen, weil die Flut uns den Weg abgeschnitten hat. Müssen uns mal Gezeitentabellen besorgen, damit wir wissen, wann man wo langgehen und vor allem wann man schwimmen und schnorcheln
kann.

Bei Ebbe bilden sich tatsächlich einige wenige aber relativ große Rockpools, in denen dann hunderte von Fischen umherflitzen und gaaaaanz viele Hermit Crabs rumlaufen! Juhuuu, ich hab mich so gefreut, das könnt ihr euch vorstellen... so hübsche Dinger, die Art kann ich euch jetzt leider nicht nennen. Werde aber bei Zeiten mal nachschauen.


















Auf d
em Rückweg hatten die Iguanas schon unseren Pfad blockiert.

Das Phänomen der zahmen Tiere

Ich muss ja zugeben, ich war etwas skeptisch, bevor ich hierher kam. Galapagos kannte ich nur aus dem Fernsehen, und dass dort nur die beeindruckendsten Bilder gezeigt werden und die spektakulärsten Nahaufnahmen von Tieren einem große Nähe vorgaukeln, ist bekannt. Und wenn mal Mensch und Echse nebeneinander im Bild auftauchten, dachte ich nur: Ja klar, wenn jeden Tag 3000 Touris an dem armen Tier vorbeilaufen, resigniert es halt irgendwann und läuft nicht mehr weg. Von wegen zahm.

Weit gefehlt. Das stimmt wirklich, was einem so erzählt wird. Im Hafen tummeln sich anstelle der bei uns vorherrschenden Möwen eben Braune Pelikane, Fregattvögel, Blaufußtölpel und Seelöwen. Ganz normal. Alle streiten sich um Fischereiabfälle, tauchen direkt vor meiner Nase nach Fischen und kümmern sich einen Scheißdreck um die Menschen, die aber auch nicht in den befürchteten Pulks mit aufgerissenen Mündern vor jedem Tier stehen bleiben. Wie gesagt, alles ganz normal, wie bei uns die Möwen... Gut, dass diese Fischfresser aus Hunger nah an den Menschen kommen, verwundert vielleicht nicht. Auch dass die ganzen Finken sofort angehopst kommen, sobald sie einen Krümel Brot von meinem Frühstücksteller fallen sehen, erinnert eher noch an unsere frechen Stadtspatzen mit den gleichen Manieren. Aber wenn man irgendwo in der Natur rumläuft, abseits von Menschengetümmel und Touristenpunkten, ists ganz genau so! Überall liegen Meerechsen herum, dass man wirklich aufpassen muss, nicht auf welche raufzutreten. Zumal die auf den schwarzen Lavafelsen wirklich fast unsichtbar sind. Die Finken und Pelikane fliegen einen fast um und kommen ganz nah, auch ohne Hunger. Die Blaufußtölpel lassen sich von sehr Nahem fotografieren (jaaa der Beweis bleibt heute aus, ausgerechnet bei meinem ersten Tölpel war der Akku der Kamera leer), die herumliegenden Seelöwen sind irgendwas zwischen teilnahmslos und neugierig. Am Strand kamen sogar Watvögel neugierig bis auf einen halben Meter an uns heran, und die Finken turnten auf unseren Rucksäcken und Beinen herum (na gut, die hatten Hunger – aber sie kommen eben nicht, weil sie das Gefüttertwerden so gewöhnt sind). Sabine hat erzählt, dass in der Tortuga Bay die Meeresschildkröten ganz nah an die Taucher und Schnorchler herankommen und ihnen fast in die Nasen zwicken – das müssen wir noch austesten.

Edit: Es gibt natürlich auch scheue Tiere. Wer hier Fressfeinde hat, haut auch vor Menchen ab. Die Lava Lizzards, Sally Lightfoot Crabs, Fische und Einsiedler machen schon mal kehrt, wenn man mit den Armen rumfuchtelt.