Donnerstag, 25. September 2008

Feldsaison 2008

Irgendwas stimmt hier nicht. Die Arbeit läuft von Anfang an so unglaublich gut! Nicht nur, dass wir all unsere wertvollen Geräte in sperrigen Gepäckstücken ohne Probleme ans Ziel gebracht und den ganzen Papierkram in Quito in 2 Tagen erledigt hatten... wir haben auch noch quasi aus Versehen den ersten Spechtfinken aus der Trockenzone gefangen (Siehe Bild! Das sind die Viecher, für die wir letzte Saison Monate gebraucht haben!) – gestern gleich noch mal 2 und heute sogar schon den letzten. Wir können das kaum glauben.


Die neuen Vögel haben fast sofort angefangen zu fressen und sind in bester Verfassung, die Ausbesserungsarbeiten an den Volieren gehen total schnell voran, und wir haben ne ganze Mannschaft, die uns hilft. Wir haben 6 Leute (also mit uns 8!), die sich um das Wohlergehen der Vögel kümmern und die Volieren sauber halten, was eine unglaubliche Erleichterung ist. Und überhaupt kann man sehr viele Aufgaben an die Feldassistenten deligieren und sich um das Wichtige kümmern – kein Vergleich zum letzten Mal, wo all der Kleinkram an mir hängen blieb.

Und den Kopf frei fürs Wesentliche.

Aussenseiter

Wir haben ein eigenes Haus! Diesmal wohnen wir nicht in der Station (viel zu teuer), sondern in der Stadt. Da kann man zwar nicht mit Wellenrauschen einschlafen und mit Sonne im Gesicht und Vogelgesang aufwachen, außerdem erfordert es gute Organisation, weil man eben nicht mal schnell zwischendurch nach Hause kann um Dinge zu erledigen oder fehlende Sachen zu holen – aber dafür hat jeder sein eigenes Schlafzimmer (wir sind momentan zu dritt: Irm, eine neue Feldassistentin und ich), wir haben ein richtiges Bad und sogar eine Waschmaschine, moskitodichte Fenster und Türen, nur leicht angesalzenes Wasser aus dem Hahn. Der pure Luxus. Und endlich wieder eine WG ;)



Im Vordergrund seht ihr blau-weißen Luxus: Endlich habe ich ein Fahrrad! Das schenkt mir jeden Tag 1,5 Stunden Freizeit, die ich sonst mit den Fußmärschen zur Station verbringen musste.


Nachtrag: Ich vermisse mittlerweile das Leben in der Station seeehr!

Neuerungen

Erstaunlich viel hat sich geändert in den letzten 6 Monaten. Büros und Häuser und Mitarbeiter wurden wild hin und her getauscht, die Volontarios sind alle weg (wobei 3 als Festangestellte zurückgekommen sind), Station und Nationalpark haben neue Direktoren und es gibt jetzt sehr strenge Sicherheitsvorkehrungen für Feldexkursionen (mit gutem Grund). Manche Hotels haben geschlossen, Restaurants neu eröffnet, die Baustellen sind tatsächlich gewandert. Der Comedor (= Kantine) hat geschlossen und wir wohnen nicht mehr in der Station, sondern im Ort – daher ist der Weg von zu Hause zur Arbeit und von der Arbeit zum Essen sehr weit. Aber manche Dinge ändern sich nie, daher ist es sehr vorteilhaft, die Menschen und Vorgänge hier schon sehr gut zu kennen. Wenn man weiß, wen man wann und wo um etwas bitten kann und wo man lebens- und arbeitswichtige Dinge herbekommt, läuft alles so viel einfacher und stressfreier!

Und einige unserer Spechtfinken aus der letzten Saison sind auch noch da:


Second Life


Da bin ich wieder, auf Santa Cruz. Es ist, als hätte jemand einen Schalter umgelegt - ich führe quasi nahtlos mein zweites Leben weiter und es fühlt sich an, als wäre ich nie weg gewesen von hier. Obwohl sich vieles verändert hat und obwohl es einige Aufregung gab, als unsere Ankunft von fast allen uns vom letzten Mal bekannten Menschen zur fast gleichen Zeit festgestellt wurde. Aber diese Aufregung hat sich schnell gelegt – wir sind halt wieder da, schön, aber das war ja zu erwarten. Innerhalb der ersten 24 Stunden hier ist wirklich schon alles Wichtige passiert, was letztes Mal mindestens eine Woche gedauert hat – neues Quartier bezogen, Lebensmittel eingekauft, neues Büro bezogen, Computer eingerichtet, unsere neuen Mitarbeiter kennengelernt, Masterplan mit allen entworfen, alle nötigen Schlüssel kopiert, Wasserversorgungs- und Wäschewaschfragen geklärt, im Pazifik gewesen, bei den Kioskos lecker Fisch gegessen und Batidos getrunken, alle wichtigen Leute zufällig getroffen (einschließlich Taxifahrer, Kioskverkäufer, Imbissbetreiber, Verwaltungsleute, Bibliotheksmädchen, Schildkrötenpfleger, Vogelversorger etc.)...
Ich fühle mich sehr wohl, diesmal ists wirklich von Anfang an einfach nur angenehm. Und so gut, schon viele Leute zu kennen und von der Sprache nicht mehr ermüdet zu werden!

Mittwoch, 9. April 2008

Bartolomé

Ja, irgendwann als Johannes da war, waren wir auf Tagesausflug auf der 3 Stunden entfernten Insel Bartolomé. Weil bis vor kurzem da noch viel Lava gespuckt wurde, gibts dort noch nicht viel Leben (außer im Wasser drumherum), sondern vor allem Landschaft zu sehen. Lavalandschaft. Das Schnorcheln danach um den Pinnackle Rock herum war aber das beste bisher... ruhiges Wasser, kaum Strömung, schöne Tiefe, schöne Tiere. Haie, sehr sehr dicht, gejagt von jungen Seelöwen, die obligatorischen bunten Fischteppiche und viel Kleinzeug. Vor dem nächsten Mal gönne ich mir ein Unterwassergehäuse für die Kamera. Aber schön wars!

Bei Picasa gibts Fotos. Auch von den legendären Galapagos-Pinguinen, die sich mir erstmals zeigten.

Sonntag, 16. März 2008

Zwischenmeldung

Nun doch. Denn: Ich bin in Quito und habe ein paar Tage Zwangspause. Krank an Leib und Seele. Aber so kann ich mich Schritt für Schritt wieder an das "normale Leben" zurückgewöhnen. Kälte, Johannes, klassische Musik, schneller Verkehr, richtiger Käse und leicht angedunkeltes Brot. Trotzdem noch Palmen, Erdnussschokolade und spanisch sprechende Menschen. Und sogar einiges Neues: Tropische Früchte und noch tropischere Vögel. Und leider unglaubliche Überschwemmungen in sehr vielen Provinzen, was unsere Reisepläne sicherlich stark negativ beeinflussen wird.
Egal. Erst mal gesund werden. Dafür habe ich einen sehr guten Ort gefunden und gönne mir jetzt hier ein paar Tage Ruhe. Sogar zum Blogschreiben muss man vom Bett aus nur 8m zurücklegen :) Und gut versorgt werde ich auch, wie man sehen kann. Der grosse Beutel unten links ist richtiger Emmentaler!!!



Montag, 3. März 2008

Frühstückspause

So. Brot gibts wieder. Mehl scheinbar auch. Und Milch in manchen Läden. Deshalb lehne ich mich ab jetzt etwas zurueck und widme meine freie Zeit eher dem Essen als dem Blogschreiben. Morgen kommt Johannes und wir gucken uns hier ein bißchen gemeinsam um - und dann will er versuchen, mich quasi aus dem Paradies wieder nach Deutschland zu entführen. Na ob er das schaffen kann...?

Was ich sagen will: Erst mal keine weiteren Einträge. Alles noch Ausstehende und Neue wird aber nachgetragen, ne?